Kontinuitäten des Antisemitismus

Kontinuitäten des Antisemitismus

Antisemitismus im Kunstfeld - Kunst und ihre Konflikte

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Der Hass auf Jüdinnen und Juden ist eine seit Jahrhunderten gepflegte Kulturtechnik, die schon immer die Gesellschaften vom Druck der Aufklärung entlastet hat. Antisemitismus beginnt nicht bei der Vernichtung von Jüdinnen und Juden, sondern bei der Kultivierung antisemitischer Weltbilder. Allen bekannten Erscheinungsformen des Antisemitismus ging eine kulturelle Legitimierung voran, die immer auf die selben Bilder und Projektionen auf Jüdinnen und Juden und auf die jüdische Kultur zurückgegrifft. Antisemitismus ist in der sogenannten “gesellschaftlichen Mitte”, in bürgerlichen Kreisen und in den Kulturmilieus entstanden und hat sich von dort in die sogenannten gesellschaftlichen Ränder ausgebreitet. In der “Mitte” haben sich die Bilder, die Codes und die Sprache entwickelt und sie transformieren sich parallel zum kulturellen Zeitgeist. Die Aufklärung des Antisemitismus ist für die Kunst relevant, um sich zwischen den Bildern und der Sprache und deren Entwicklungsgeschichte zu orientieren. Sie liefert Aufschluss über kulturelle Prägungen und ist damit ein wichtiger Kompass für die Kulturkritik.

Sprecherin: Jette Kupke
Musik: Phillip Sollmann

Produktionsjahr: 2021
Spieldauer: 45 Minuten

Kontinuitäten des Antisemitismus #2

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In der zweiten Folge sprechen Leon Kahane und Fabian Bechtle über die vielfältigen Aspekte des Antisemitismus, die unterschiedliche Milieus miteinander verbinden. Die beiden Initiatoren des Forums für demokratische Kultur und zeitgenösische Kunst rekapitulieren die Veranstaltung "Zwischen Lügen, Abwehr und Konkurrenz" der Reihe "Kontinuitäten des Antisemitismus" und stellen fest: Die Kontinuitäten des Antisemitismus sind eng mit den Herausforderungen einer sich modernisierenden Welt verknüpft. Diese Herausforderungen, Widersprüche und Dissonanzen, den Universalismus im Jüdischen und Antisemitismus als Abwehrmechanismus erläutern Anetta Kahane, Dr. Patrice Poutrus, Düzen Tekkal und Tahera Ameer.

Kontinuitäten des Antisemitismus #1

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In der ersten Folge geht es um Kontinuitäten des Antisemitismus im Märtyrer-Kult sowie in populistische Bewegung. Denn der Antisemitismus ist keine Domäne einzelner politischer Lager, sondern kann weit voneinander entfernte politische Akteure hinter sich versammeln kann. Woran liegt das? Warum ist es immer ausgerechnet das Feindbild „Jude“, das Bewegungen zusammenbringt? Welche Rolle spielen Kulturpessimismus und anti-moderne Ressentiments?

Über diesen Podcast

Die Angst vor Kultur- und Identitätsverlust hat einen zentralen Platz in gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Debatten eingenommen. Daraus folgt eine Partikularisierung in Freund-Feind Antagonismen und eine Emotionalisierung von Politik. Die Idee einer universalistischen Gesellschaft scheint ein Auslaufmodel zu sein. Eine Zunahme antisemitischer Rhetoriken und Stereotypisierungen zeigt, wie kultiviert und tradiert der Antisemitismus und seine Codes sind. Die „Kontinuitäten des Antisemitismus“ sind Anlass der Veranstaltungsreihe des Forum demokratische Kultur und zeitgenössische Kunst. In einem zweiteiligen Podcast fassen Leon Kahane und Fabian Bechtle zentrale Themen und Thesen der bisherigen Veranstaltungen zusammen und diskutieren die Ergebnisse.

von und mit Leon Kahane, Fabian Bechtle

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